Tech-News Karpfhamer Rottalschau - Zetor in der Krise?

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War heute bei der Rotalschau, Zetor ist dort eigentlich immer vertreten über Hartl Ortenburg. Nur dieses Jahr leider nicht. Es ist eine fast Landmaschinenspezifische Messe mit allen regionalen Anbietern und teils weit anreisenden Gästen, gerade für kleine bis mittelgroße Technik, die Bodenständige Agritechnika eben... Die Messe zählt hier als "geschenkt", und wer da nicht ist gibts nicht mehr lange. So, die Sprache bei uns... Ob es nun an Händler oder Zetor DE scheitert, weiß ich nicht. Faktisch war nur kein Zetor da, was ich schade finde. Hartl ist ein starker alteingesessener Händler ein paar Kilometer von Karpfharm entfernt. An neuen Schleppern sollte es auch nicht scheitern, gibt ja genug in Furth im Wald, wie am Treffen festgestellt. Zumal der Compax noch ungenutzt (vergessen?) Bei mir steht... Schade das es so einen Weg aktuell geht, gerade da unten gibts noch einige Zetor Betriebe. Mal schauen was die Zukunft bringt....

 

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ja... die Zeichen stehen wohl derzeit auf Rotstift bei Zetor.
Ich hoffe für die Marke, dass sie noch mal die Kurve kriegen.

Ich denke eher, man hat Deutschland als Markt für Zetor Traktoren unter ferner liefen eingeordnet und generiert so, ein Henne-Ei Problem: keine Werbung, kein Verkauf, kein Verkauf keine Werbung.

Die letzte offizielle Zetor News war vom Juni 2024:

und man ist auch im August in CZ auf einer Messe:





Recht aktuell aus der CZ-Presse:

aktualne.cz schreibt:
Anmerkung: Zetor beschäftigte in seiner Blütezeit rund 10.000 Mitarbeiter (vor der Wende), 2014 waren es noch 783 Mitarbeiter​
  • Produktion eigener Motoren und Getriebe wird in Brünn eingestellt und statt dessen werden diese Komponenten aus Italien (Carraro) und Deutschland (Deutz, ZF) bezogen.
  • Marketing-, Entwicklungs- und Vertriebsabteilungen bleiben weiterhin in Brünn ansässig
  • das Werk von Zetor Tractors a.s. in Brünn (Brno, CZ) wird weiter Traktoren für Europa und die USA montieren
  • Laut Jahresbericht 2023: trotz eines anfänglichen Anstiegs in 2023 gingen die Traktorenverkäufe im Jahresverlauf deutlich zurück, als Gründe werden Rohstoffpreise, steigende Inflation und Finanzierungszinsen genannt, wodurch Landwirte erheblich weniger Geld für Landtechnik ausgeben konnten.
  • einen der stärksten Marktrückgänge musste Zetor dabei in Polen verzeichnen, einem der wichtigsten Märkte für Zetor. Aber auch in der gesamten EU brach die Nachfrage ein was Zetor in eine prikäre Situation brachte weil Lagermaschinen und steigende Einkaufspreise für Waren und Dienstleistungen zu bewältigen waren und sind.
  • 2023 präsentierte Zetor einen Prototypen der neuen Modellreihe 6, welche die aktuelle Foreterra- und Crystal Serien ablösen wird
  • Zetor plant aber auch schon weitere Modellreihen - vermutlich oberhalb der Modellreihe 6 und auch der Proxima wird wohl ersetzt werden müssen
  • Zetor wurde 1946 gegründet, nach der Wende 1989/90 und dem Zusammenbruch traditioneller Märkte befand sich Zetor schon einmal am Rande der Existenz. Aus dieser Krise kam es erst nach 2002, als es vom heutigen Eigentümer, dem Bratislavaer Unternehmen "HTC Investments", aufgekauft wurde.

tn.nova.cz schreibt:​

  • aktuell läuft die Eigenfertigung in der sogenannten "Getriebewerkstatt" noch
  • nach Gewerkschaftsangaben soll sie aber ab 2025 eingestellt werden
  • danach sollen Getriebe mutmaßlich nur noch aus von anderswo zugelieferten Teilen zusammengebaut werden
  • es verbleiben Mitarbeiter aus der Montage und aus dem Marketing sowie Vertrieb und Entwicklung bei Zetor
  • trotz Dementis von Zetor Tractors as.: nach Meldungen der Platform tn.nova.cz die Gerüchte, dass die Hauptproduktion nach Indien verlagert werden solle, wo Zetor Tractors eine Niederlassung hat.
    Ich denke es ist halt noch immer das hartneckige Gerücht aus 2022/2023, was hier weiter bedient wird, obwohl Zetor bereits mehrfach dementierte.
  • Zetor selbst sagt: "Das Werk in Brünn wird bis Ende des Jahres (Anm. d Red. 2024) einen Strukturwandel durchlaufen, da wir im nächsten Jahr auf die Produktion neuer Traktorenmodelle umstellen werden. Die Produktion von Komponenten, Motoren und Getrieben wird hier (Anm. d. Red. Brünn, CZ) im September dieses Jahres enden."
    Außerdem verlagere man KEINE Produktion nach Indien, sondern baue dort eine eigenständige Traktoren Baureihe für den indischen Markt auf, so Zetor Tractors a.s.

Weitere News aus CZ zu dem Thema Zetor:
(Nutzt den Google Translator um euch die Inhalte zu übersetzen und denkt immer dran, es sind Nachrichten Portale, da wird Umsatz mit Schlagzeilen generiert, also behaltet eine gewisse Skepsis beim lesen)

Insgesamt klingt das nach durchaus sehr schweren Zeiten - aber noch nicht nach aufgeben und einfach zu machen.

Fakt ist:
  • Zetor ist nur rund 100 Mitarbeiter in Brünn "groß"
  • die Motoren und Getriebeproduktion wir ab September 2024 enden
  • die alte Produktionshalle soll wohl abgerissen werden. Man spricht von 50% der Produktionsstätten.
  • Was bleibt ist Entwicklung, Montage, Vertrieb und Marketing für Traktoren für den EU und US Markt.
  • das der bisherige Haupteigentümer Milliardär Martin Blaškovič seit 2023 nach einem Investor sucht - was wohl sicher nichts gutes heist, wenns ein Miliardär nicht alleine hinbekommt.

Aber das erklärt vielleicht warum man sich zur Zeit auf die Märkte konzentriert welche noch die besten kurzfristigen Erfolgsaussichten haben und da gehört Deutschland nicht unbedingt dazu, das muss man halt eingestehen. Wenn die Kassen leer sind, muss man halt schauen was man noch macht, um wieder Geld in die Kassen zu bekommen. Ein harter Sparkurs ist dann unumgänglich.
Ob Zetor nun Recht behält in am Stammsitz in Brünn (CZ) verbleibt, in erheblich abgespeckter Form, oder am Ende doch komplett nach Indien abwandert bleibt weiter abzuwarten. Auch wie es künftig mit der Ersatzteilversorgung der bisherigen Modellreihen Proxima, Forterra und Crystal weiter gehen wird.
Bei den neuen Modellen ab 2025 ("Serie 6", Forterra/Crystal Nachfolger) sehe ich da weniger Probleme, da die wichtigen Komponenten (Motor, Getriebe, Achsen) von namhaften Herstellern wie Deutz, ZF-Getriebewerk (Deutschland) und Carraro (Italien) kommen werden.

Eines kann man aber mit Sicherheit sagen: Zetor befindet sich wohl in seiner größten Krise seit Gründung und man kann nur hoffen, dass sie die Kurve noch einmal kriegen und mit geänderter Marktstrategie noch einmal durchstarten können.
 

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